Das hochbegabte Kind

In den Medien – aber auch in den Köpfen vieler – haftet hochbegabten Kindern das Klischée des Sonderlings an: ein Brille tragender, seltsamer IT-Nerd, der keine Freunde hat. Glücklicherweise sieht die Realität anders aus!

Hochbegabung hat viele Gesichter und Facetten und kann sich in einzelnen oder auch mehreren Bereichen offenbaren. Im logisch-mathematischen, sprachlichen, künstlerischen und auch sozialen Bereich findet sie in unterschiedlicher Ausprägung ihren Niederschlag. Schon im Kindergartenalter zeigen sich oftmals sehr früh entwickelte, weit überdurchschnittliche Fähigkeiten. Merkmale wie sehr frühes Sprechen mit einem umfangreichen »erwachsenen« Wortschatz oder große Begeisterung für Zahlen und/oder Naturwissenschaften sind ein möglicher Indikator, dass eine Hochbegabung vorliegt. Damit sind hochbegabte Kinder in ihrer Entwicklung Gleichaltrigen oftmals weit voraus.

Woran nun kann man hochbegabte Kinder erkennen? Weiterführende Infos zum Thema Hochbegabung, Diagnostik (IQ-Test) und der Förderung hochbegabter Kinder finden Sie auf der Homepage des Bundesvereins.

Daten und Fakten

2–3% der Bevölkerung gelten als hochbegabt, d. h. ihr Intelligenzquotient (IQ) liegt bei >130. Zum Vergleich: Der Normwert liegt zwischen 85 und 115. Somit wären 2018 allein in Köln ca. 250 hochbegabte Kinder eingeschult worden. Kinder, die sich durch eine außergewöhnliche Denkgeschwindigkeit und abstrakt logische Denkfähigkeit auszeichnen und schneller und vernetzter denken können als der Durchschnitt. Bundesweit wird mit 300.000 hochbegabten und weiteren 1,9 Millionen überdurchschnittlich intelligenten Schulkindern gerechnet. Von diesen Kindern wird häufig erwartet, dass sie sich in der Schule durch herausragende Leistungen auszeichnen. Das kann, muss aber nicht der Fall sein. Ob hochbegabte Kinder ihr Potential ausschöpfen können, ist im Wesentlichen auch davon abhängig, ob Schule und Elternhaus ausreichende Förder- und Entfaltungsmöglichkeiten anbieten. Wer niemals mit einem Fußball spielen konnte, wird wahrscheinlich kein/e TorschützenkönigIn!

Ziele

Im Englischen spricht man bei hochbegabten Kindern von »gifted« – mit einer Gabe Beschenkte. Eine positive Betrachtung, die Querdenken und Wissbegierde als Bereicherung wertet. Dass der Familienalltag mit hochbegabten Kindern nicht immer nur Freude, sondern vielfach eine besondere Herausforderung darstellt, wissen wir. Und gerade zu Beginn stellen sich viele Eltern die Frage, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Der RV Köln bietet das passende Netzwerk – Eltern tauschen sich aus oder finden Kontakte zu Fachleuten und Institutionen. Kinder treffen andere hochbegabte Kinder. Für viele bedeutet es die Chance, sich nicht verstellen zu müssen; ohne Sorge zu sein, als Streberin oder neunmalkluger Professor abgestempelt zu werden.

Was uns am Herzen liegt: unsere Angebote sind nicht darauf ausgerichtet, kleine Wunderkinder zu schaffen, sondern unseren  Kindern einen Austausch auf ihrem intellektuellen Niveau zu ermöglichen. In den Sternen steht, was die Zukunft bringen wird. Werden sie Astronautin, Feuerwehrmann oder diejenigen, die vielleicht die Welt verändern werden?

Das Wichtigste – und somit oberstes Ziel für uns – ist, dass unsere Kinder zu glücklichen Menschen heranwachsen.  Auch, weil sie die Möglichkeit hatten, ihre Fähigkeiten und ihr Potential auszuschöpfen und umzusetzen. 

Literatur

Umfassende Einstiegslektüre (teilweise in Büchereien verfügbar):

James T. Webb, Janet L. Gore, Edward R. Amend, Arlene R. DeVries
Hochbegabte Kinder
Das große Handbuch für Eltern
2017

Handbuch Hochbegabtenförderung in Kindertagesstätten von Hanna Vock

Broschüren und weitere Literatur finden Sie auf den Seiten des Bundesvereins der DGhK.